Das Internationale Bundesseminar 2001

in Bad Blankenburg / Thüringen

Der Zeitplan zum Bundesseminar

Der Bericht von Günter Beier:

Das Bundesseminar der Rekorde

Nicht genug, dass das 31. Bundesseminar in Bad Blankenburg schon im Januar komplett ausgebucht war, auch die Temperaturen liefen zu Höchstformen auf und bescherten den Teilnehmern Hitzerekorde am laufenden Band. Die Teilnehmerflut konnte mit Bettenbelegung in verschiedenen Pensionen und Hotels in Bad Blankenburg unter Kontrolle gebracht werden, den Hitzerekorden wurde jedoch mit viel Schweiß und Wasser begegnet.

Schweißtreibend war die Woche durch das vielfältige Programm welches Joachim „ Joe“ Thumfart mit Begeisterung zusammengestellt hatte. Vielfältig Trainingsmöglichkeiten mit Spitzenreferenten aus der gesamten Kampfsportwelt ließen einem eher die Qual der Wahl. Für jeden war aus dem reichhaltigen Programm eine Fülle von Inspirationen und Techniken vorhanden, so schön können Lizenzverlängerungen sein, danke Joe. 

Die organisatorische Leitung übernahm perfekt wie in den letzten Jahren auch, Dietrich Barndhorst. Er konnte sich auf eine eingespielte Mannschaft verlassen, welche ihm tatkräftig unter die Arme griff. Probleme, welche durch die Bauarbeiten bedingt auftraten wurden

Souverän und mit Improvisationstalent gemeistert.

Durch die begonnenen Baumaßnahmen entsteht hier in im Herzen Thüringens eine der schönsten Sportstätten Deutschlands, welche keine Wünsche in Sportlerherzen offen lässt. Zimmer welche einem gehobenerem Hotel gut zu Gesichte stehen würden übertreffen sich mit traumhaften Räumlichkeiten , die für Sport und / oder Weiterbildung mit ihren Ausstattungen Maßstäbe setzen.. 

Der neue Vizepräsident Breitensport Harald Born unterstütze Dietrich wann immer Möglich.
Auch hier war zu erkennen ,dass Harald ein würdiger Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Dietrich Brandhorst darstellt und seine Aufgaben gewissenhaft auf die Weiterentwicklung des Ju-Jutsus abstimmen wird.

Dass Harald nicht nur am Mikrofon eine gute Figur macht , davon konnten sich die Teilnehmer auch auf der Matte überzeugen. Als international erfahrener Kämpfer und Trainer Präsentierte er Gegen- und Weiterführungstechniken in den verschiedensten Bereichen. 

Dass die neuen Funktionäre des DJJV sich auch excelent auf der Matte verkaufen können  bewies auch gleich der neue Bundeslehrreferent Jörn Meiners. Er kümmerte sich um den Wettkampfbereich und präsentierte in methodisch ausgereifter Form seine Paradedisziplin, den Atemi-Bereich. Auch hier werden wir in Zukunft noch einiges erwarten können. 

Faust, Fuß, Knie, Ellenbogen, .. Mit einem anderen Hintergrund hat Artur Allerborn diese Themen aufgearbeitet. Der durch und durch professionelle (Diplom-) Trainer beleuchtete sportwissenschaftlich fundiert das Krafttraining und zeigte dann den Teilnehmern in der Praxis, wozu sie diese Kraft denn brauchen. Ob im Infight Bereich , Boxgrundschule oder knallharten Beintechniken, Artur verstand es immer durch sein Bewegungsvorbild die Teilnehmer zu motivieren an ihre eigenen Grenzen zu gehen. 

Welche Hürden sich in der Kommunikation auftun und wie man diese behebt war Ziel der Unterrichtseinheiten von Ulf Bachmann beim Kommunikations- und Rhetorikunterricht Er schaffte es auch wieder eine Berichterstattung des MDR im Fernsehen zu organisieren. 

3-er Kontakt und mehr. Weiterführungen und Anwendungen dieses Trainingsdrills präsentierte Sascha Vetter. Aufbauend auf seine Diplomarbeit: „Selbstverteidigung mit Behinderten“ betreute er auch den Workshop: SV – Kurse. Hier wurde er von dem neuen Referent für Behindertensport , Steffen Messerschmidt, unterstützt, der auch schnell als medizinischer Beistand bei den Teilnehmern beliebt war. Rege Nachfrage fanden seine helfenden Hände bei ausgerenkten Wirbeln und diversen Blessuren. 

Der Vertreter für klassische Kombinationen in perfekter Form war Alain Sailly aus Frankreich, der nach vielen Jahren Judo, Ringen, Jiu-Jitsu, usw. im Goshindo seinen Stil gefunden hat. Durch seine freundliche und offene Art waren er und sein Partner Nikolas gern gesehene Gesprächspartner. Dem Erlebnis einer Konversation in Englisch/Deutsch/Französisch/ Spanisch konnte man sich nur schwer entziehen. 

Das Abendprogramm war in Teilen brasilianisch Geprägt. Luta Livre auf dem Bodenkampfturnier, Capoeira auf der Wiese, und der sonst so ruhige Daniel verzauberte auf dem Abschlussabend mit Gesang und Gitarre.

Warum die Techniken im Bodenkampf funktionieren konnte man sich dann im Training bei Daniel D´Dane aus Rio de Janeiro abschauen. Er hatte einige seiner Deutschen Schüler mitgebracht, die dann auf eindrucksvolle Weise beim Bodenkampfturnier die Anwendung zeigten. Tim van Fintel als klassischer Ju-Jutsuka behauptete sich in diesem Feld hervorragender Spezialisten. In dieser Profiklasse siegte souverän Andreas Schmidt aus Köln.
Das Schwergewicht der Hauptklasse konnte Josef Donaubauer und das Leichtgewicht Alex Penker für sich entscheiden. Bei den Frauen gab es nach 3 Kämpfen, die in vertauschter Reihenfolge gewonnen und verloren wurden salomonisch  3 erste Plätze. 

Der Technische Direktor aus Niedersachsen Mike Morris stellte seine Form des Budo robic, das Hi Lo Combat, vor. Neben den Warm up Einheiten gab es hier die Möglichkeit die Basic Instuctor Lizenz zu erwerben, um das Angebot im Verein erweitern zu können. Viele begrüßten es, dass auch hier dem „neuen“ Trend, den manche von uns schon seit Jahren betreiben, Beachtung geschenkt wurde. 

Stock und Messer und was man alles damit und besonders dagegen tun kann vermittelte Johan Skalberg aus Schweden. Der humorvolle Schwede zeigte in bestechend präziser Form Trainingsmöglichkeiten und Anwendungsbereiche. Ein wichtiger Aspekt war die Vermittlung des Konzeptes, welches die Anwendung der Bewegungsformen mit Stock, Messer aber auch ohne Waffen zulässt.

Joe Thumfart brilliert in seinen Einheiten mit neuen Übungsformen zum Wurftraining. Neueste Erkenntnisse aus der Judomethodik in Bezug auf Wurfausübung, Kraftentwicklung, und Übungsformen begeisterten die Teilnehmer . Neue Eingangsvarianten für Standartwürfe wurden in praktikable Trainigsmuster verpackt und für jeden nachvollziehbar trainiert.
Didaktische Hinführungen und Trainingshilfen standen bei ihm im Mittelpunkt. 

Ein weiteres Highlight im Wurfbereich zeigte sich mit Achim Hanke . Der Referent mit dem buntesten Gürtel auf der Matte besticht nun schon seit Jahren auf dem Bundesseminar durch seine lockere und perfekte Art komplexe Themen wie Übergang von Stand zu Boden und die Weiterführung im Boden zu unterrichten. Hier zeigt sich die Verinnerlichung und komplexizität unseres Ju-Jutus. Keine reinen isolierten Techniken sondern die Verbindung von Wurf, Bodenarbeit , Hebeln oder Würgetechniken verpackte Achim in prüfungsrelevante Bewegungsformen die so manchen gedanklichen gordischen Knoten erst in der Pause oder der nächsten Trainingseinheit platzen ließen.

Der nächste angehende Sportlehrer im Referententeam ist Andreas Güttner. Ein Wanderer in den Budo Welten. Seine Wurzeln sind im Viet Vo Dao zu finden. Aber auch Ju-Jutsu, Escrima und Capoeira gehören zu dem Programm des Turners. Langstock und Koordinationstraining oder Selbstverteidigung mit den verschiedenen Hintergründen lehrte er.

Am frühen morgen machte sich Oliver Hill immer auf um mit den Frühaufstehern Tai Chi zu üben. Trotz bewegter Nächte konnte er jeden Morgen eine große Anhängerschar auf der Wiese zum morgendlichen Training versammeln. Auch die Anwendung dieser Techniken, aber auch Capoeira in Verbindung mit Ju-Jutsu gehörten zu seinem Unterrichtsprogramm.

Dieter Gaube stellte für die Polizei und Sicherheitskräfte das Grundlagenprogramm der bayrischen Polizei vor. Guten Anklang fand auch sein Pfefferspraytraining mit Übungssprays.